. . .

Über Uhrensammeln/Uhrensammler
© chronométrophilia - Schweizerische Gesellschaft für die Geschichte der Zeitmessung


Quelle:
L’Horlogerie Ancienne dans les Collections Privées Suisse/Die Uhrmacherei früherer Zeiten in Schweizer Privatsammlungen
Chonométrophilia/Musée International d’Horlogerie, La Chaux-de-Fonds, 1995

 

Inhalt: decklbl_samm.jpg (23418 Byte)

 

 

zu Sammler/Seitenanfang
zu Sammler-Ecke
Home Hanse

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Welt des Sammlers

Bereits in der Antike erwähnt, hat sich die Spezies Sammler seit der Renaissance unaufhörlich vergrößert. Im Laufe der Jahrhunderte streckten sie ihre Fühler in alle Richtungen aus und förderten die Bildung von wirtschaftlichen und kulturellen Strukturen und Institutionen.

Edmond Bonaffé beginnt sein Werk ‘L’Art et curiosité (Kunst und Neugierde)’ mit folgender Anrede:
"Lieber Freund, ich gehöre einer besonderen Spezies Mensch an, halb Mensch, halb Hund .... weil ich dazu neige, immer die Überbleibsel der Vergangenheit retten zu wollen, dies zum Verdruß etlicher Mitmenschen.

Diese Rasse nennt man Sammler. Sie ist geduldig und beharrlich. Sie ist unsterblich, da ihr Ursprung im Geist und im Herzen verwurzelt sind, heute ist sie lebendiger denn je. Diese Exzentriker, über die man sich lustig machte, von einem geistreichen Mitmenschen, Märtyrer einer fixen Idee, gierige Hamsterer ohne Mitleid ..., genannt, sie haben für Nachwuchs gesorgt"

Sammler sind tatsächlich eine Gruppe für sich. Sie unterscheiden sich durch ihr Benehmen, ihre Riten und Anschauungen von ihren Zeitgenossen.

extraver.jpg (30025 Byte)

Zwei Faktoren bestimmen Langlebigkeit und den Zusammenhalt: Einerseits die Beständigkeit im Verhalten Ihrer Mitglieder über die Jahrhunderte, andererseits die Ähnlichkeit der Sammlerpersönlichkeit, die wir in irgendeiner Spezialisierung wieder erkennen können. Diese Feststellung wird untermauert durch direkte Erlebnisse und Kontakte bei beruflichen und freundschaftlichen Treffen.

Selbst wenn sich der soziale Status, die Beschaffungsmöglichkeiten und der Geschmack der Sammler im Laufe der Zeit ändern, so blieben die Grundzüge ihrer Persönlichkeit unverändert. Die Befriedigung ihrer Leidenschaft, Dinge zu sammeln, setzt besondere Eigenschaften voraus: Hartnäckigkeit, Ausdauer, methodische Arbeitsweise, Geduld, Diplomatie, Neugierde, Wettbewerbsfähigkeit, Voraussicht und Wissensdrang.

Ein auf diese Weise entstandene Sammlung ist für alle ein wohlbehütetes Werk, mit dem sie sich eng identifizieren und auf das sie Anspruch erheben können. So sind Eitelkeit, Machtanspruch, Snobismus manchmal schlimme Wesenszüge eines Sammlers. Sie sind aber gleichzeitig Ausdruck einer um so tieferen Bindung an ihr Werk, da es ihnen soziales Ansehen schafft, das mit Geld allein nicht erreicht werden kann.

Geiz, Mißgunst und Isolation können durch die willig gebrachten Opfer erklärt werden. Diese geschehen aber immer im Bestreben, ein möglichst vollkommenes Werk zu schaffen.

Diskretion ist ein allgemein gültiges Gebot in der Sammlerwelt, vor allem in Bezug auf den Rest der Gesellschaft. Sie nimmt im 20. Jahrhunderts noch an Bedeutung zu. Die Listen der Sammlungen, der Liebhaberverzeichnisse, werden nicht mehr publiziert. Bei Ausstellungen und bei Auktionen wird Anonymität gefordert.

extraver.jpg (30025 Byte)

Sehr selten ist, daß ein Sammler vor das Publikum tritt. In jedem Falle ist die Auskunft abgewogen und sorgfältig ausgewählt worden. Im Rahmen von privaten Versammlungen herrscht Diskretion, ohne aber die Begeisterung zu verdrängen. Die vertraulichen Aussagen werden sorgfältig dosiert und mit Bedacht formuliert.

Zurückhaltung ist eine unausgesprochene Verhaltensregel des Sammlers. Dies nicht nur gegenüber seinesgleichen oder seinen Freunden, sogar gegenüber seiner Familie. Der Fortbestand und die Ähnlichkeit der Charakterzüge schließen aber die psychologische Vielfalt der Menschen nicht aus.Im folgenden wird auf die vielen Sammlertypen hingewiesen, denen man im Bereich der Uhrmacherkunst begegnet.

zu Sammler/Seitenanfang
zu Sammler-Ecke
Home Hanse